
“Books that make one swimming without moving”
Bloggen ist gar nicht sooo schwer
Heute ist mein erster Blog-Tag! Ein Rätsel fängt an, sich aufzulösen. Warum habe ich mich nur dazu hinreissen lassen? Es sei ganz einfach, eine Art multimedialer, gläserner Körper, dessen Input ich bestimme und an Freunde weitergeben kann, wenn ich möchte. Möchte ich? Wollen sie es? Wen interessiert es?
Nun anfangs war ich nur getrieben von der Neugier und dem Willen, dieses System aus unsichtbaren Wellen, Kabeln, Inputs und Outputs zu verstehen und zu bändigen. Dann war ich “connected” und gab dem gläsernen EKG meiner Seele Rahmen, Farbe und Bilder, die hinausgebeamt wurden in das globale schwarze Loch. Verschwinde ich? Löse ich mich zwischen Datenbanken, Servern, Cockies, Viren und Spams allmählich auf? Hört oder sieht man mich und schickt mir ein Signal? Erwarte ich eine Reaktion oder tue ich das hier nur, um etwas Ablenkung zwischen dem Hundespaziergang und der “Heute” Sendung mit kreativem Tastaturgeklicker zu füllen? Ich werde es auf mich zukommen und alles in den vorhergesagten Sog der vernetzten Daten ziehen lassen…
Sechs Monate sind vergangen, seit ich die ersten tastengesteuerten Worte auf die mediale Reise schickte. Ob sich meine Erwartungen bestätigt haben? Natürlich hat es Spaß gemacht, mal wieder wie im Creative Writing Course Texte zu Papier zu bringen. Und natürlich war es amüsant, in der alten Kiste der Jugendsünden zu schnökern und einige konfuse Gedankenergüsse auf die Festplatte zu brennen. Am meisten gereizt hat mich allerdings die Suche nach der Kombination von Text und Bild.
Es gab sogar einige Reaktionen und Besuche auf meiner Blogseite. Aber wer seine Energie aus dem Austausch mit der Außenwelt zieht, muss sich wirklich Mühe geben beim Taggen, Commenten, Verlinken und Kategoriesieren. Das ist mir ehrlich gesagt zu technisch und aufwendig. Obwohl ich sagen muss, dass ich mich natürlich über die Kommentare gefreut habe und auf wahrhafte Profiblogger gestoßen bin, die wirklich was vom Schreiben verstehen und hier eine Mission erfüllen zu scheinen. So ernst war es mir dann auch wieder nicht und wer hat schon die Zeit, Lust und den geistigen Humus täglich etwas ins Netz zu stellen? Es sei denn, man ist Member einer Community von mit Laptop verheirateten Bloggern, für die der tägliche Gedankenaustausch zur Frühstückslektüre gehört. Sicherlich eine Variante in einer immer globaler vernetzten Welt, die paradoxerweise eher zu isolieren statt zu verbinden scheint. Aber auch das ist für mich völlig akzeptabel, da es zumindest partiell die Kreativität fördert. Das Fieber hat mich noch nicht und das ist auch gut so, denn so kann ich relaxed weitermachen…ohne Zwang schreiben zu müssen, sehnsüchtig auf Reaktionen wartend oder auf der Suche nach einer Community, die mich ernst nehmen muss.
Well, keep on reading!



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