Geschlagene 22 Minuten kurve ich durch die Tiefgarage des Alexa-Kaufrauschtempels. Kennzeichennummern, die ich noch nie gesehen habe, haben jeden Parkzentimeter in Beschlag genommen. Frau mit Kind Parkplatz – meine Chance! Rückwärtsgang und… gerade als ich Gas geben will, erblicke ich gerade noch rechtzeitig einen Porsche Boxter hinter mir. Mein Blinklicht ignorierend klaut er mir, ganz lässig vorwärts einparkend, die Parklücke. Eine etwa fünfzig jährige Botox-Blondine schraubt sich aus der tiefer gelegten PS-Viagra-Schleuder ihres Mannes, lässt die Blinker mit der Fernbedienung aufblitzen und winkt mir entschuldigend zu. Ich grinse zurück und bin gaaanz entspannt. Nach zwei weiteren Runden macht mir dann eine Großfamilie aus Teltow Fläming Platz. Nachdem die Eltern gefühlte 15 Minuten brauchen, Hi-Tech-Weihnachtsgeschenkekartons in ihrem Opel Astra zu stapeln und ihre drei Kinder genervt zusammenstauchen, doch endlich mit dem Versteckspielen im Parkhaus aufzuhören, um auf der hinteren Sitzbank Platz zu nehmen, die eigentlich nur noch Platz für eine Schildkröte bietet, geben sie ähnlich tiefer gelegt wie der Porsche davonröhrend die Lücke frei für mich. Endlich! Auf dem Weg zu den Rolltreppen erwischt mich fast noch ein 5er BMW mit verdunkelten Scheiben und fetten Orient-Techno-Bässen. „Eh, man du Penner. Mach Augen auf du, Alter.“ brüllt mich ein junger Mann mit Ed Hardy Baseballcap an und wendet sich lachend zu seiner Beifahrerin in gefaktem D&G Kostüm und Kopftuch… „Wat’n Opfer! Gimme five.“ Ich hasse Parkhäuser! Als wäre nichts passiert, betrete ich die Rolltreppe und lasse bereitwillig einige hyper hektische Shopping-Junkies an mir vorbeihetzen, während ich noch über das „Alter“-Anhängsel des BMW Fahrers nachdenke. Weiterlesen ‘Quereinsteigerminister’
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Quereinsteigerminister
GEZ noch – Geht doch!?!
Natürlich! …wieso war ich davon ausgegangen, dass man mir meine nikotinfreie Zeit erleichtern wolle. Wahrscheinlich hatten sie sich für die einzige Raucherkneipe im Umkreis von 150km entschieden. Dabei hatte ich schon seit durchquälten drei Wochen keinen Glimmstängel mehr zwischen den Lippen. Die Kassiererin im Kaiser’s fragte mich schon besorgt, wie es mir gehe, denn ich sei so gehetzt. Das bringt der Hardcore-Entzug wohl mit sich – innere Unruhe, Gehetztsein, Zitterattacken und imaginäres Zigarettenrollen. Weiterlesen ‘GEZ noch – Geht doch!?!’
The Prodigy vs. Weight Watchers
Wer kam bloß auf die Idee, bestuhlte Tribünen in die Arena zu stellen?! Ok, natürlich ein unbedingtes Muss für die Fans, denen das Leben übel mitgespielt hat und an den Rollstuhl gefesselt hat. Akzeptiert! Aber wir sprechen von Prodigy(!) und wer da sitzt, obwohl er nicht muss, ist definitiv im falschen Konzert. Schon der Sohn eines Bekannten fragte beim Betreten der Arena, ob sein Vater lieber etwas relaxter sitzen wolle. Hallo?! – als wären wir die Weichspülergeneration. Es sollte sich im Laufe des Abends zeigen, wer das Zeug hat, die Halle zum Beben zu bringen. Weiterlesen ‘The Prodigy vs. Weight Watchers’

Der verregnete Herbst in Berlin treibt die Menschen in die Konzerthallen. Das Angebot an Bands, die sich der Hauptstadt präsentieren wollen, scheint schier unerschöpflich. Da muss man beim Blick ins Portemonnaie schon rechnen und eine Auswahl treffen. Aber Maximo Park sollte es dann einem schon wert sein. Die Halle spiegelte um 20:15 wider, was sich auf den Straßen zur Columbiahalle angedeutet hatte. Überall blockierten Straßensperren die freie Fahrt für Autofahrer, um auch den kaufwütigen Randberlinern den langen Einkaufssamstag so angenehm wie möglich zu machen. Ich ahnte den Frust der im elterlichen Auto sitzenden Teenager, die im Stau stehend auf die Spiesserwelt, die Polizei und ihre Eltern schimpften. Weiterlesen ‘Ein “maximales” Feuerwerk auf “blutroten Schuhen”’

++Sonntag++14:30++sonniger Nachmittag++ Friedrichshain++Berlin++
Es könnten südländische Verhältnisse sein. Leute treffen sich unter freiem Himmel, genießen die Restwärme des Tages, spielen Volleyball, Kinder jagen über die Wiesen, Hunde markieren schnuppernd ihr Revier, bunt gekleidete Musiker trommeln auf Kongas, ein Duft von gegrillten Bratwürsten liegt in der Luft. So das Szenario am Nachmittag, als alles begonnen haben muss. Weiterlesen ‘Der Mensch ist wie er weiter zieht!’






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