Wielange hatte ich mich gesperrt? AC/DC ohne Bon Scott wollte ich nie live sehen. Später, als sich das relativierte, fehlte das Geld, die Zeit oder unsere Wege wollten sich einfach nicht kreuzen. Ich war gerade fünf als die Young Brüder ihre neue Band zusammenstellten und mit acht hörte ich meinen ersten AC/DC Song. “High Voltage” elektrisierte mich mein ganzen Leben, auch wenn es Spannungsschwankungen gab. Anfang der 80er Jahre erschien “Highway to Hell” bei Amiga und DT64 (der DDR Jugendsender) begann, jeden Samstag eine LP Seite der bis dahin veröffentlichten Alben vollständig und ohne Moderatorengequatsche über ihre Radiofrequenz laufen zu lassen. Der Zeigefinger zitterte jeden Samstag über der Aufnahmetaste meines Kassettenrekorders. Ob das noch ein juristisches Nachspiel wegen der Rechte hat? Es dauerte gefühlte 20 Wochen, dann hatte ich sie alle auf hauchdünnes braunes Band gepresst! Weiterlesen ‘AC/DC – High Voltage Rock’n’Roll’
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AC/DC – High Voltage Rock’n'Roll
Es war endlich soweit. Lemmy gab sich mal wieder die Ehre, Berlin zu rocken. Über Motörhead gibt es nicht viel zu philosophieren – you love them or you hate them! Für viele sind sie einfach nur Krach – für mich sind sie Kult. Nach 23 Studioalben und vier Live Alben, die zugegen nicht immer so abgemischt wurden, dass sie die Boxen meiner Anlage voll zum Schwingen bringen, musste ich mir Motörhead endlich mal live antun. Und ich wurde nicht enttäuscht. Weiterlesen ‘Ein akustischer “Overkill“ in Berlin’
The Prodigy vs. Weight Watchers
Wer kam bloß auf die Idee, bestuhlte Tribünen in die Arena zu stellen?! Ok, natürlich ein unbedingtes Muss für die Fans, denen das Leben übel mitgespielt hat und an den Rollstuhl gefesselt hat. Akzeptiert! Aber wir sprechen von Prodigy(!) und wer da sitzt, obwohl er nicht muss, ist definitiv im falschen Konzert. Schon der Sohn eines Bekannten fragte beim Betreten der Arena, ob sein Vater lieber etwas relaxter sitzen wolle. Hallo?! – als wären wir die Weichspülergeneration. Es sollte sich im Laufe des Abends zeigen, wer das Zeug hat, die Halle zum Beben zu bringen. Weiterlesen ‘The Prodigy vs. Weight Watchers’

Gut das mich mein Mac per Gigometer täglich über die Events in Berlin updated. So nahm ich mit Freude zur Kenntnis, dass sich CLUTCH in Berlin aufhalten und im Lido aufspielen. Im Gepäck hatten sie KAMCHATKA und KYLESA. So zufällig, wie ich vor einigen Jahren über die “Blast Tyrant” Scheibe von Clutch stolperte und seitdem begeisterter Fan bin, so auch über diesen Gig. Nachträgliches Geburtstagsgeschenk dachte ich und fuhr los in Richtung Kreuzberg. Das Lido an diesem Abend eher in gedeckten Schwarztönen gehalten, Leder, Bärte und lange Haare schieben Bierflaschen vor sich her. Farbtupfer im Dunkel sind einige bunttätowierte Frauenarme und T-Shirtaufdrucke. Frauen sind in der Unterzahl, schwer liegt männliches Testosteron in der Luft. Weiterlesen ‘Clutch – das etwas härtere Geburtstagsständchen’

Der verregnete Herbst in Berlin treibt die Menschen in die Konzerthallen. Das Angebot an Bands, die sich der Hauptstadt präsentieren wollen, scheint schier unerschöpflich. Da muss man beim Blick ins Portemonnaie schon rechnen und eine Auswahl treffen. Aber Maximo Park sollte es dann einem schon wert sein. Die Halle spiegelte um 20:15 wider, was sich auf den Straßen zur Columbiahalle angedeutet hatte. Überall blockierten Straßensperren die freie Fahrt für Autofahrer, um auch den kaufwütigen Randberlinern den langen Einkaufssamstag so angenehm wie möglich zu machen. Ich ahnte den Frust der im elterlichen Auto sitzenden Teenager, die im Stau stehend auf die Spiesserwelt, die Polizei und ihre Eltern schimpften. Weiterlesen ‘Ein “maximales” Feuerwerk auf “blutroten Schuhen”’

Es hat fast 30 Jahre gedauert, bis ich Depeche Mode live erleben durfte und wollte. Ja, nach dem gestrigen Konzert im Berliner Olympiastadion kann ich voller Stolz behaupten, dass ich damals wirklich ein bekennender Fan war. Bekennend natürlich mit Martins “Atompilz“-Frisur und ganz in schwarz. Wir waren jung, naiv und hungrig nach neuen Trends und mit Depeche Mode und einigen anderen “Inselbands“ schwappte genau dieses Lebensgefühl über die damals noch hohe Berliner Mauer. Zugegeben, Songs wie „Just can’t get enough“ und „Shout“ trafen nach einiger Zeit nicht mehr die schnell wechselnden Gemütsverfassungen eines 14- Jährigen und Schwarz war auf die Dauer in den 80ern auch zu langweilig. Wir verloren uns aus den Augen und es gab Zeiten, da bestritt ich sogar, je Depeche Mode gehört zu haben und betrachtete ihre Musik als „Leichen in meinem CD-Sammlungs-Keller“. Trotzdem kann ich behaupten, ihren Weg in unregelmäßigen Abständen gekreuzt zu haben. „Black Celebration“, „Ultra“ und „Playing the Angel“ fanden umgehend einen festen Platz zwischen David Bowie, Danzig, Dog eat Dog und den Doors. Ich nahm Anteil an der Angst der Fans, als sich Dave 1996 für knappe zwei Minuten in den Rockhimmel schoss, was sicherlich das „Aus“ für D.M. gewesen wäre.
Blauer Berg auf dem flachen Land

Samstagabend und die Entscheidung fällt auch diesmal beim Blick in die Fernsehzeitung und der gähnenden Leere im Kühlschrank leicht… Musik und Dinieren! Da braucht man nicht lange zu überlegen, denn die Scheune in Wredenhagen plakatiert eifrig im Voraus, so bleiben Termine gut im Hinterkopf und zur Not gibt es ja noch die Homepage. Essen war ich in Wredenhagen bisher noch nicht, konnte mich aber an gedeckte Tische erinnern. Blieb die schwierige Frage, wann man aufbrechen müsse, um noch einen der begehrten Plätze zu bekommen. Weiterlesen ‘Blauer Berg auf dem flachen Land’
Sunshine in the Barn
Es wurde endlich Zeit, der Café Scheune in Wredenhagen wieder einen Besuch abzustatten. Das Wetter an der Seenplatte um Malchow zeigte sich an diesem letzten Aprilwochenende von der besten Seite:… Sonnenschein und blauer Himmel, Pollen- und Zeckenalarm, Frühlingsgefühle auf ausgebuchten Dampferfahrten, Bikertrupps und Cabrio-Fahrer auf blühenden Alleen… wie also den Tag beenden? Weiterlesen ‘Sunshine in the Barn’
Die Revolution begann schon fast eine dreiviertel Stunde vor Einlaß in die Columbiahalle , als der Veranstalter mit der Situation völlig überfordert war, Normalkartenträger von Internetkartenträgern zu separieren. Hatte man vier Kartenabreißer für die “Normalos” an zwei Türen abgestellt, war ein bedauernswerter, aber netter Mann damit beschäftigt, die Wolke von Fans abzufertigen, die sich nach Anweisung der imposanten Einlasser zu einer begehrten Tür quer durch die Massen schieben musste, um sich dann einzeln auf einer Namensliste mit einer etwa achtstelligen Zahl heraussuchen zu lassen und vom besagten Yoga-Mann abgeglichen zu werden, um dann freundlich die Ehre zu erhalten, das Innere der heiligen Rockhalle zu betreten. Aber das durchwachsene Publikum behielt die Nerven und so hing ein Duft von Blumen über der anfänglich gereizten Situation. Warum auch Stress machen, brauchte man doch die Energie für den smarten “US-Altrocker”. Weiterlesen ‘The Revolution is dead – let’s make a Love Revolution!’








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