Archiv der Kategorie 'berlin'

06
Jul
10

AC/DC – High Voltage Rock’n'Roll

Wielange hatte ich mich gesperrt? AC/DC ohne Bon Scott wollte ich nie live sehen. Später, als sich das relativierte, fehlte das Geld, die Zeit oder unsere Wege wollten sich einfach nicht kreuzen. Ich war gerade fünf als die Young Brüder ihre neue Band zusammenstellten und mit acht hörte ich meinen ersten AC/DC Song. “High Voltage” elektrisierte mich mein ganzen Leben, auch wenn es Spannungsschwankungen gab. Anfang der 80er Jahre erschien “Highway to Hell” bei Amiga und  DT64 (der DDR Jugendsender) begann, jeden Samstag eine LP Seite der bis dahin veröffentlichten Alben vollständig und ohne Moderatorengequatsche über ihre Radiofrequenz laufen zu lassen. Der Zeigefinger zitterte jeden Samstag über der Aufnahmetaste meines Kassettenrekorders. Ob das noch ein juristisches Nachspiel wegen der Rechte hat? Es dauerte gefühlte 20 Wochen, dann hatte ich sie alle auf hauchdünnes braunes Band gepresst! Weiterlesen ‘AC/DC – High Voltage Rock’n’Roll’

17
Dez
09

Quereinsteigerminister

Geschlagene 22 Minuten kurve ich durch die Tiefgarage des Alexa-Kaufrauschtempels. Kennzeichennummern, die ich noch nie gesehen habe, haben jeden Parkzentimeter in Beschlag genommen. Frau mit Kind Parkplatz – meine Chance! Rückwärtsgang und… gerade als ich Gas geben will, erblicke ich gerade noch rechtzeitig einen Porsche Boxter hinter mir. Mein Blinklicht ignorierend klaut er mir, ganz lässig vorwärts einparkend, die Parklücke. Eine etwa fünfzig jährige Botox-Blondine schraubt sich aus der tiefer gelegten PS-Viagra-Schleuder ihres Mannes, lässt die Blinker mit der Fernbedienung aufblitzen und winkt mir entschuldigend zu. Ich grinse zurück und bin gaaanz entspannt. Nach zwei weiteren Runden macht mir dann eine Großfamilie aus Teltow Fläming Platz. Nachdem die Eltern gefühlte 15 Minuten brauchen, Hi-Tech-Weihnachtsgeschenkekartons in ihrem Opel Astra zu stapeln und ihre drei Kinder genervt zusammenstauchen, doch endlich mit dem Versteckspielen im Parkhaus aufzuhören, um auf der hinteren Sitzbank Platz zu nehmen, die eigentlich nur noch Platz für eine Schildkröte bietet, geben sie ähnlich tiefer gelegt wie der Porsche davonröhrend die Lücke frei für mich. Endlich! Auf dem Weg zu den Rolltreppen erwischt mich fast noch ein 5er BMW mit verdunkelten Scheiben und fetten Orient-Techno-Bässen. „Eh, man du Penner. Mach Augen auf du, Alter.“ brüllt mich ein junger Mann mit Ed Hardy Baseballcap an und wendet sich lachend zu seiner Beifahrerin in gefaktem D&G Kostüm und Kopftuch… „Wat’n Opfer! Gimme five.“ Ich hasse Parkhäuser! Als wäre nichts passiert, betrete ich die Rolltreppe und lasse bereitwillig einige hyper hektische Shopping-Junkies an mir vorbeihetzen, während ich noch über das „Alter“-Anhängsel des BMW Fahrers nachdenke. Weiterlesen ‘Quereinsteigerminister’

15
Dez
09

Sugar and Cigarettes

Als ob das morgendliche „sich aus dem Bett wälzen“–Ritual nicht schon an die Grenzen des physisch Machbaren stößt, muss ich beim Blick in die Zuckerdose feststellen, dass mir der Zucker ausgegangen ist. „F***! Kaffe ohne Zucker geht doch gar nicht.“, denke ich und schlurfe zurück ins Bad. Beim Anblick meines ’Hüftfreundes’ fällt es mir wieder ein. Es muss gestern gegen 22:00 Uhr gewesen sein, als meine Obermieterin vor der Tür stand, und nachdem ich meinen Zähne fletschenden Hund weggesperrt hatte, konnte ich ihrem Anliegen mein volle Aufmerksamkeit schenken. Mit leichtem hessischen Dialekt fragte sie nach Zucker weil sie noch „Plätzle mache“ wolle. Für die Nichten, die am Wochenende anreisen werden – aus Wiesbaden. Natürlich! Nun gut, ich muss gestehen, bis auf den Dialekt ist sie eine definitive „lass uns doch mal auf ein Glas Rotwein treffen“ Frau. Und so ging sie dahin, die letzte Packung kristallinen Süßstoffs. Mit einer lasziven Augenzwinker-Fingerabroll-Kombination dankend, verschwand sie im Nebel der Treppenflurbeleuchtung. Weiterlesen ‘Sugar and Cigarettes’

14
Dez
09

Ein akustischer “Overkill“ in Berlin

Es war endlich soweit. Lemmy gab sich mal wieder die Ehre, Berlin zu rocken. Über Motörhead gibt es nicht viel zu philosophieren – you love them or you hate them! Für viele sind sie einfach nur Krach – für mich sind sie Kult. Nach 23 Studioalben und vier Live Alben, die zugegen nicht immer so abgemischt wurden, dass sie die Boxen meiner Anlage voll zum Schwingen bringen, musste ich mir Motörhead endlich mal live antun. Und ich wurde nicht enttäuscht. Weiterlesen ‘Ein akustischer “Overkill“ in Berlin’

10
Dez
09

GEZ noch – Geht doch!?!

Natürlich! …wieso war ich davon ausgegangen, dass man mir meine nikotinfreie Zeit erleichtern wolle. Wahrscheinlich hatten sie sich für die einzige Raucherkneipe im Umkreis von 150km entschieden. Dabei hatte ich schon seit  durchquälten drei Wochen keinen Glimmstängel mehr zwischen den Lippen. Die Kassiererin im Kaiser’s fragte mich schon besorgt, wie es mir gehe, denn ich sei so gehetzt. Das bringt der Hardcore-Entzug wohl mit sich – innere Unruhe, Gehetztsein, Zitterattacken und imaginäres Zigarettenrollen. Weiterlesen ‘GEZ noch – Geht doch!?!’

26
Nov
09

The Prodigy vs. Weight Watchers

Wer kam bloß auf die Idee, bestuhlte Tribünen in die Arena zu stellen?! Ok, natürlich ein unbedingtes Muss für die Fans, denen das Leben übel mitgespielt hat und an den Rollstuhl gefesselt hat. Akzeptiert! Aber wir sprechen von Prodigy(!) und wer da sitzt, obwohl er nicht muss, ist definitiv im falschen Konzert. Schon der Sohn eines Bekannten fragte beim Betreten der Arena, ob sein Vater lieber etwas relaxter sitzen wolle. Hallo?! – als wären wir die Weichspülergeneration. Es sollte sich im Laufe des Abends zeigen, wer das Zeug hat, die Halle zum Beben zu bringen. Weiterlesen ‘The Prodigy vs. Weight Watchers’

26
Nov
09

Ein Debüt mit eisernen Gummibärchen

„Dit dürfste eigentlich nich, wa. Nach Anpfiff nochma raus, um dir `n Bier zu holen“ raunt mir ein bärtiger Mann um die 60 mit Hornbrille bestimmt ins Ohr, als ich mich an ihm vorbeidrängeln will. Natürlich hatte er Recht. Aber sollte ich während der Enke-Gedenkminute gehen?! Jetzt waren die Schlangen überschaubar und die jungen Aushilfskräfte weniger überfordert. Fängt ja gut an mein erster Besuch in der Alten Försterei nach fast 29 Jahren. Weiterlesen ‘Ein Debüt mit eisernen Gummibärchen’

12
Nov
09

Clutch – das etwas härtere Geburtstagsständchen

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Gut das mich mein Mac per Gigometer täglich über die Events in Berlin updated. So nahm ich mit Freude zur Kenntnis, dass sich CLUTCH in Berlin aufhalten und im Lido aufspielen. Im Gepäck hatten sie KAMCHATKA und KYLESA. So zufällig, wie ich vor einigen Jahren über die “Blast Tyrant” Scheibe von Clutch stolperte und seitdem begeisterter Fan bin, so auch über diesen Gig. Nachträgliches Geburtstagsgeschenk dachte ich und fuhr los in Richtung Kreuzberg. Das Lido an diesem Abend eher in gedeckten Schwarztönen gehalten, Leder, Bärte und lange Haare schieben Bierflaschen vor sich her. Farbtupfer im Dunkel sind einige bunttätowierte Frauenarme und T-Shirtaufdrucke. Frauen sind in der Unterzahl, schwer liegt männliches Testosteron  in der Luft. Weiterlesen ‘Clutch – das etwas härtere Geburtstagsständchen’

25
Okt
09

Ein “maximales” Feuerwerk auf “blutroten Schuhen”

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Der verregnete Herbst in Berlin treibt die Menschen in die Konzerthallen. Das Angebot an Bands, die sich der Hauptstadt präsentieren wollen, scheint schier unerschöpflich. Da muss man beim Blick ins Portemonnaie schon rechnen und eine Auswahl treffen. Aber Maximo Park sollte es dann einem schon wert sein. Die Halle spiegelte um 20:15 wider, was sich auf den Straßen zur Columbiahalle angedeutet hatte. Überall blockierten Straßensperren die freie Fahrt für Autofahrer, um auch den kaufwütigen Randberlinern den langen Einkaufssamstag so angenehm wie möglich zu machen. Ich ahnte den Frust der im elterlichen Auto sitzenden Teenager, die im Stau stehend auf die Spiesserwelt, die Polizei und ihre Eltern schimpften. Weiterlesen ‘Ein “maximales” Feuerwerk auf “blutroten Schuhen”’

15
Mai
08

Der Mensch ist wie er weiter zieht!


++Sonntag++14:30++sonniger Nachmittag++ Friedrichshain++Berlin++
Es könnten südländische Verhältnisse sein. Leute treffen sich unter freiem Himmel, genießen die Restwärme des Tages, spielen Volleyball, Kinder jagen über die Wiesen, Hunde markieren schnuppernd ihr Revier, bunt gekleidete Musiker trommeln auf Kongas, ein Duft von gegrillten Bratwürsten liegt in der Luft. So das Szenario am Nachmittag, als alles begonnen haben muss. Weiterlesen ‘Der Mensch ist wie er weiter zieht!’




 

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