Da wollen wir nur hoffen, dass die Helden der Nation nicht mit überhitzten DB Zügen in ihren wohlverdienten Urlaub fahren müssen. Obwohl, was haben ihre Fans auf den Fanmeilen für sie geschwitzt, mitgefiebert, gejubelt und geheult? Deutschland war wieder am emotionalen Siedepunkt. Vergessen der lächerliche Wahlthriller um den neuen Bundespräsidenten oder das ernüchternde Gesundheitsrettungszuzahlungspaket. Aber darüber kann man ja dann noch diskutieren, wenn die Politiker wieder aus ihrem wohlverdienten Urlaub kommen. Ob der Bundestrainer und seine Jungs noch solange auf ihre Ehrungen warten können? Die WM ist vorbei und was bleibt? Ein etwas fader Beigeschmack. Ein dritter Platz berechtigt die Nationalspieler nach interner Abstimmung auf den Jahresurlaub zu pochen und die Fans mit Ignoranz zu strafen. Was für Profis! Habt ihr nicht einfach nur euern Job gemacht und darüber hinaus das Privileg genossen, für die deutsche Nationalmannschaft spielen zu dürfen? Habt ihr dafür nicht ein schönes Urlaubsgeld kassiert, vier schöne Wochen in Südafrika gehabt, wo viele eurer Fans nie in ihrem Leben hinkommen? Bezahlt man euch in der Bundesliga und dem DFB nicht genug, um die Größe zu zeigen, euch bei euern Anhängern zu bedanken, die ihren letzten Euro geben, um sich mit Trikots und Fanartikeln chic zu machen, damit sie das Gefühl haben, euch nah zu sein? Nein, dieser Abgang ist unverzeihlich! Welches Signal sendet ihr eigentlich an die Sportjugend? Was haben wir für einen Anpfiff von unserem Trainer bekommen, als wir im Spiel um Platz 3 Bronze verpassten und das Stadion mit beleidigten Gesichtern verlassen wollten. Bis zum Abpfiff des Finals mussten wir ausharren und den Champs anschließend die Hände schütteln. Das ist Sport!
Aber in Zeiten, in denen nur noch Gold zählt, darf man wohl alles hinter sich lassen, seine Sachen packen und in den Urlaub jetten. So ähnlich ist es ja in der Bundesliga auch. Da macht man schon mal Verträge, die einem bei schlechtem Spiel davor bewahren, in den unteren Ligen spielen zu müssen. Und nun mal ehrlich, einige von euch saßen doch während der letzten Saison mehr auf der Bank, als sie die Grashalme in deutschen Stadien nieder trampelten. Da sei ein Vergleich mit Robben oder Sneijder erlaubt, die “auch nur Zweiter” wurden, sich ihren Fans stellten und mindestens genauso urlaubsreif waren. Wie wurde in Montevideo gefeiert, als Forlán & Co, stolz auf Platz 4, landeten! Und dabei lobte man das deutsche Team international als die “jungen” Stars. Wie spiessig wenn man sich bei einem Mannschaftsdurchschnittsalter von 24,9 Jahren einen solchen Abgang in den “wohlverdienten” Jahresurlaub erlaubt. Die Niederländer mit einem Altersdurchschnitt von 27,6 Jahren und die Spanier mit 25,4 Jahren zeigten sich da fitter. Vielleicht hatten die “alten Herren” aber auch nur den Dreh raus, wie man mit wenig Aufwand effizienten Fussball spielt. Zugegeben, für’s Auge war es eher eine Enttäuschung, was die Favoriten da boten.
Man mag nur hoffen, dass es dem einzelnen deutschen Spieler nicht irgendwann leid tut, die Chance ins Bad der jubelnden Fans einzutauchen, verpasst zu haben. Schließlich schaffen es Bela Rethy und seine Kollegen am Mikrofon immer wieder, dass man sich mit Mitte 30 schon als “alter Sack” fühlt, der kein Recht mehr auf’s Kicken hat. Gut; im modernen Profi-Fussball, kann man ja schon mit Mitte 30 in den verdienten Ruhestand gehen. Psychologisch nicht ganz ungefährlich, wenn man seine Karriere bereits hinter sich hat, wenn andere gerade richtig durchstarten. Was kommt dann? Sportkommentator? Dann kann man mit messerscharfen Analysen punkten. Dass der Ball zu den materiellen Grundvoraussetzungen beim Fussball gehört und deshalb von gewisser Wichtigkeit ist…. sorry, aber das weiss man bereits als Strassenkicker. Den Blick nach der Ballannahme auf das Spielfeld zu richten, wie es angeblich die Spanier so toll demonstrierten, lernt man schon in der C-Jugend. Und bitte… Griechen haben auch das Recht, größer als 1,60m zu sein, in Australien gibt es nicht nur boxende Kängurus und sind es nicht gerade auch Spieler aus Afrika, Amerika oder Asien, die den europäischen Vereinen Millionen auf die Konten spielen? Das man denen auch etwas zutrauen darf – danke Bela & Co.
Sei’s drum; man kann nur sein, was die Mannschaft ist. So war es dann auch “schön” zu sehen, wie die Gesichter, die uns von den Plakaten der Sponsoren anstrahlen und den Produktkrieg mit ihren “Persönlichkeiten” anheizen im Stadion verblassten. Drogba (Marktwert 38 Mill.), Torres (50 Mill.), Kaka (50 Mill.), Rooney (53 Mill.), Ronaldo (75 Mill.) und selbst ein Messi (80 Mill.) überließen mit schwachen Leistungen anderen Mitspielern die Chance, sich spielerisch in die Herzen der Fussballfans zu spielen und zu “kämpfen”. Ob Gomez nach der WM immer noch einen Marktwert von 27.5 Mill. hat? Hier stellt sich schon die Frage nach dem überteuerten Einkauf von “Vereinsmaskottchen”. Ohne Zweifel sichern diese Spieler ihrem Verein durch “übermenschliche” Leistungen die Teilnahme an internationalen Turnieren. Aber wo bleibt die Genialität auf der höchsten Ebene – der Weltmeisterschaft?!
Schön, dass es dann Forlán, einem Leichtgewicht von “lediglich” 22 Mill. Marktwert, als bestem Spieler des Turniers vergönnt war, eine Mannschaft, die ihren Nachwuchs aus nur 3,5 Millionen Einwohnern rekrutieren muss, auf Platz 4 zu führen. Aber was zeichnet denn den modernen Fussball aus? Man hat den Eindruck, dass das Spiel mit dem Ball eine höchst wissenschaftliche Angelegenheit geworden ist. Fussball wird alltagstauglich-Generation Apps… kein Risiko mehr! Auf Knopfdruck wird moderne Frau/Mann ganz sicher durch das “Alltagsspiel” navigiert. Abgesehen vom HiTec-Ball, der dem Zuschauer mehr Tore bescheren soll, die Torhüter allerdings nur zu Deppen der Nation macht und einen Langpass zum Risikofaktor werden lässt, scheint die Lust am Spielen dem taktischen Geplänkel gewichen zu sein. Hier treten “Labor getestete” Spielsysteme gegeneinander an, die dem Spielfluss, Einzelaktionen und Torchancen Fussfesseln anlegen. Überforderte Schiedsrichter werden zu Buhmännern, weil sie die überaus fragwürdige Abseitsregeln falsch auslegen oder nicht in der Lage sind im Bruchteil einer Sekunde über eine Entfernung von 25 Metern genau zu erkennen, ob der gegnerische Schürsenkel bei der Ballabgabe zwischen Torhüter und letztem Mann war. Die Offiziellen verteidigen ihre Refferees, wollen ihnen aber wegen der Emotionen im Stadion keine modernen Hilfsmittel zur Seite stellen und “verwässern” den FIFA-Regeldschungel. So bleiben die Schiris die Narren der Arena – immer auf Messers Scheide – gelobt, beschimpft oder “geköpft” nachhause geschickt.
Eins ist auch nach dieser WM sicher – die FIFA zieht ihr Ding durch. Hauptsache der Euro rollt und da legt man auch mal Daumenschrauben an. Mit einer nichtangemeldeten Werbung auf dem gewölbten T-Shirt, kann es passieren, dass man das Stadion verlassen muss. Auf Strafen im eigenen “Clan” wegen Schmiergelzahlungen in Millionenhöhe verzichtet FIFA-Präsident Blatter, denn wer beisst die Hand, die einen füttert. Dabei hätte auch die FIFA ihre Hausaufgaben vorher richtig machen sollen. Bevor man eine WM an ein afrikanisches Land vergibt, sollte man sich klar gemacht haben, wie man hier in den Stadien feiert. Das “böse” Wort der WM wird wohl VUVUZELA bleiben. Sich erst beim Eröffnungsspiel mit dem Problem konfrontiert zu sehen, dass die Spieler den Pfiff des Schiedsrichters zum Abseits nicht hören und dann eine gelbe Karte kassieren, weil sie den Ball ins Tor befördern, ist ein wirklicher Skandal. Aber andere Länder andere Sitten. Die Medien waren natürlich auch überfordert. Wie sollte man da eine richtige Übertragung realisieren? Max Herre fand die Lösung für seinen Sohn und filterte das Getröte mit Hilfe eines Computers einfach raus. Die Soundspezialisten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten hatten damit mehr Probleme.
Und die deutschen Fans? Was hat man auf die “Buschmänner” mit ihren nervenden “Nilpferdpimmeln” geschimpft, um dann in den nächsten Fanartikelladen zu laufen und sich die deutsche Variante in schwarz-rot-gold zu besorgen. Dann wurde bewaffnet mit der “Uwe-Seeler” und Taschen voll mit Böllern jedes WM-Tor hörbar für den gesamten Kiez und zum Alptraum völlig überforderter Haustiere in den Himmel geballert. Nun muss wieder nachgeladen werden für die EM 2012.
Was bleibt hängen nach der WM 2010? Südafrika ist eine Reise wert. Nicht nur weil die “Privaten” den Zuschauer bombadierten mit Bildern der Schönen und Reichen, sondern weil zu hoffen bleibt, dass auch die anderen 95% der Südafrikaner von der WM profitieren und die Sozialstruktur befriedet wird. Afrika muss nicht mehr im Hinterhof auf Allmosen warten, man kann was bewegen. Es gab viele eher glanzlose Spiele, deren Höhepunkte meist durch Stückchen aus dem Kuriositätenkabinett gespickt waren, viele sinnlos gegebene und verdiente, aber nicht gegebene Karten und einen Wink vom Fussballgott als Ausgleich für das Wembley Finale 1966. Die deutschen “Löwen” haben entgegen aller Erwartungen einen mutigen und vielleicht auch den attraktivsten Fussball der WM Teilnehmer gespielt. Lahm war ein würdiger Vertreter für Ballack. Müller machte seinem Namen alle Ehre. Gomez sollte es beim Sponsoren Kopfball vor dem Spiel, in der Pause und nach 90 Minuten belassen. Schweini ist endlich ein Schweinsteiger geworden. Klose haben wir es gegönnt und er hat uns nicht enttäuscht… Salti im Alter machen Rückenschmerzen! Neuer ist jetzt schon ein ganz “Großer”. Poldi mach keine großen Worte – Rundes muss ins Eckige! Man muss kein Prince sein, um als Boateng besseren Fussball zu sielen und Özil macht Lust auf mehr in der Zukunft… . Lag es am Ende nur an ihrer guten Erziehung, dass sie den “Älteren” zuviel Respekt erwiesen? Ein dritter Platz ist grossartig Jungs!… und kein Grund, einfach zu flüchten, um den Kopf in den Südseestrandsand zu stecken.
Wenn die Fans verzeihen können, jubeln sie Deutschland schon 2012 auf das oberste Treppchen. Das Potential haben die jungen Wilden. Anstrengend wird das dann aber auch – nicht nur für die Spieler! Mein Hund und ich haben sich nach vier anstrengenden Wochen wirklich einen Urlaub irgendwo an einem ruhigen See in Schweden verdient!




ich empfehle das schweden kurz unter stockholm. see und wald und die große stadt nicht weit weg.
hier war ich dereinst: http://tinyurl.com/38ho428 und fühlte mich sauwohl. mit hund dann eher pudelwohl.
bitte einen gruß an mein geliebtes sverige von mir ausrichten.
danke.