Wer kam bloß auf die Idee, bestuhlte Tribünen in die Arena zu stellen?! Ok, natürlich ein unbedingtes Muss für die Fans, denen das Leben übel mitgespielt hat und an den Rollstuhl gefesselt hat. Akzeptiert! Aber wir sprechen von Prodigy(!) und wer da sitzt, obwohl er nicht muss, ist definitiv im falschen Konzert. Schon der Sohn eines Bekannten fragte beim Betreten der Arena, ob sein Vater lieber etwas relaxter sitzen wolle. Hallo?! – als wären wir die Weichspülergeneration. Es sollte sich im Laufe des Abends zeigen, wer das Zeug hat, die Halle zum Beben zu bringen. weiterlesen ‘The Prodigy vs. Weight Watchers’
The Prodigy vs. Weight Watchers
„Dit dürfste eigentlich nich, wa. Nach Anpfiff nochma raus, um dir `n Bier zu holen“ raunt mir ein bärtiger Mann um die 60 mit Hornbrille bestimmt ins Ohr, als ich mich an ihm vorbeidrängeln will. Natürlich hatte er Recht. Aber sollte ich während der Enke-Gedenkminute gehen?! Jetzt waren die Schlangen überschaubar und die jungen Aushilfskräfte weniger überfordert. Fängt ja gut an mein erster Besuch in der Alten Försterei nach fast 29 Jahren. weiterlesen ‘Ein Debüt mit eisernen Gummibärchen’

Gut das mich mein Mac per Gigometer täglich über die Events in Berlin updated. So nahm ich mit Freude zur Kenntnis, dass sich CLUTCH in Berlin aufhalten und im Lido aufspielen. Im Gepäck hatten sie KAMCHATKA und KYLESA. So zufällig, wie ich vor einigen Jahren über die „Blast Tyrant“ Scheibe von Clutch stolperte und seitdem begeisterter Fan bin, so auch über diesen Gig. Nachträgliches Geburtstagsgeschenk dachte ich und fuhr los in Richtung Kreuzberg. Das Lido an diesem Abend eher in gedeckten Schwarztönen gehalten, Leder, Bärte und lange Haare schieben Bierflaschen vor sich her. Farbtupfer im Dunkel sind einige bunttätowierte Frauenarme und T-Shirtaufdrucke. Frauen sind in der Unterzahl, schwer liegt männliches Testosteron in der Luft. weiterlesen ‘Clutch – das etwas härtere Geburtstagsständchen’

Der verregnete Herbst in Berlin treibt die Menschen in die Konzerthallen. Das Angebot an Bands, die sich der Hauptstadt präsentieren wollen, scheint schier unerschöpflich. Da muss man beim Blick ins Portemonnaie schon rechnen und eine Auswahl treffen. Aber Maximo Park sollte es dann einem schon wert sein. Die Halle spiegelte um 20:15 wider, was sich auf den Straßen zur Columbiahalle angedeutet hatte. Überall blockierten Straßensperren die freie Fahrt für Autofahrer, um auch den kaufwütigen Randberlinern den langen Einkaufssamstag so angenehm wie möglich zu machen. Ich ahnte den Frust der im elterlichen Auto sitzenden Teenager, die im Stau stehend auf die Spiesserwelt, die Polizei und ihre Eltern schimpften. weiterlesen ‘Ein „maximales“ Feuerwerk auf „blutroten Schuhen“’
Must we do as we’re told?

Must we do as we’re told?
(to Titus and the unknown soldiers)
They laughed until they cried
They cried until they ran off
Tears – tears of endless shame
Must we do as we’re told?

Es hat fast 30 Jahre gedauert, bis ich Depeche Mode live erleben durfte und wollte. Ja, nach dem gestrigen Konzert im Berliner Olympiastadion kann ich voller Stolz behaupten, dass ich damals wirklich ein bekennender Fan war. Bekennend natürlich mit Martins “Atompilz“-Frisur und ganz in schwarz. Wir waren jung, naiv und hungrig nach neuen Trends und mit Depeche Mode und einigen anderen “Inselbands“ schwappte genau dieses Lebensgefühl über die damals noch hohe Berliner Mauer. Zugegeben, Songs wie „Just can’t get enough“ und „Shout“ trafen nach einiger Zeit nicht mehr die schnell wechselnden Gemütsverfassungen eines 14- Jährigen und Schwarz war auf die Dauer in den 80ern auch zu langweilig. Wir verloren uns aus den Augen und es gab Zeiten, da bestritt ich sogar, je Depeche Mode gehört zu haben und betrachtete ihre Musik als „Leichen in meinem CD-Sammlungs-Keller“. Trotzdem kann ich behaupten, ihren Weg in unregelmäßigen Abständen gekreuzt zu haben. „Black Celebration“, „Ultra“ und „Playing the Angel“ fanden umgehend einen festen Platz zwischen David Bowie, Danzig, Dog eat Dog und den Doors. Ich nahm Anteil an der Angst der Fans, als sich Dave 1996 für knappe zwei Minuten in den Rockhimmel schoss, was sicherlich das „Aus“ für D.M. gewesen wäre.

Alles hat ein Ende und so bringen Veränderungen auch Opfer mit sich. Es war ein, ich muss es schon zugeben, raumgreifendes Hobby, das allerdings auch viel Spaß machte und mir viele Stunden der „inneren Ruhe“ bescherten. Nicht zuletzt weil es immer wieder ein tolles Gefühl tiefer Befriedigung war, wenn ich ein neues Bike nach Tagen oder manchmal auch Wochen aus der Taufe hob.
Goodbye to perfect illusions

You were
my brightest black ink
my burning block of ice
my beautifully bored irony
You came, you undressed, you conquered!
Three days in a sommer’s breeze

There was something…
…because nothing had happened
That’s why it was so beautiful
I could hardly breathe from desire…
…and thirst for you and me
Two beating hearts on a leash
ein schuß zum schluß

ein schuß, ein schrei, ein leben, das für immer geht
ein ruf, kein widerhall, eine seele, die leise zerbricht
ein wort, ein satz, ein herz, das sich kalt verkrampft
ein mensch, ein weg, ein hoffen, das im nichts vergeht
und alle sind entsetzt
und alle sind gehetzt





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